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Kennen Sie
schon die Geschichte um den Zug
des Lebens? Vor einigen Wochen bin ich zufällig darüber gestolpert
und war regelrecht fasziniert von der Art und Weise des Autors / der
Autorin, einfache und profane Dinge des Lebens in eine so tolle
Geschichte zu packen. Aber lesen Sie doch einfach selbst...
Der Zug des Lebens
* * *
Vor einiger Zeit las
ich ein Buch,
worin das Leben mit einer Zugreise verglichen wurde.
Eine sehr interessante Lektüre.
Das Leben ist wie eine Reise mit dem Zug.
Man steigt oft ein und aus,
bei manchen Aufenthalten gibt es angenehme Überraschungen
und glückliche Momente, aber auch Unfälle und Traurigkeit.
Wenn wir geboren werden und in den Zug einsteigen,
treffen wir Menschen, von denen wir glauben,
dass sie uns während der Reise begleiten werden, unsere Eltern.
Leider ist die Wahrheit eine andere.
Sie steigen irgendwann aus und lassen uns ohne ihre Liebe und
Zuneigung,
ohne ihre Freundschaft und Gesellschaft zurück.
Allerdings steigen andere Personen,
die für uns sehr wichtig werden, in den Zug ein.
Es sind unsere Geschwister, unsere Freunde und die Menschen,
die uns begegnen und die wir lieben lernen.
Manche Personen, die einsteigen, betrachten die Reise als kleinen
Spaziergang.
Andere finden nur Traurigkeit auf ihrer Fahrt durch das Leben.
Und es gibt wieder andere, die Hilfe brauchen.
Manche hinterlassen beim Aussteigen eine immerwährende Sehnsucht.
Manche stürzen uns in tiefe Not.
Manche steigen ein und wieder aus und wir haben sie kaum bemerkt.
Es erstaunt uns, dass manche Passagiere,
die wir am liebsten haben, sich in einen anderen Waggon setzen
und uns die Reise in diesem Abschnitt alleine machen lassen.
Selbstverständlich lassen wir uns nicht davon abhalten,
die Mühsal auf uns zu nehmen sie zu suchen
und uns zu ihrem Waggon durch zu kämpfen.
Leider konnten wir uns dann auch noch nicht zu ihnen setzen,
weil der Platz an ihrer Seite schon besetzt ist.
So ist das Leben. Voll an Herausforderungen, Träumen, Fantasien,
Hoffnungen und Abschieden, aber ohne Wiederkehr.
Machen wir die Reise durch das Leben so gut wir können!
Versuchen wir mit dem Zug gut anzukommen und
sehen wir in jedem von ihnen das Beste!
Erinnern wir uns daran,
dass in jedem Abschnitt der Strecke einer der Gefährten
schwanken kann und möglicherweise unser Verständnis braucht.
Auch wir werden schwanken
und es wird jemand da sein, der uns versteht.
Das große Mysterium der Reise ist, dass wir nicht wissen,
wann wir endgültig aussteigen werden
und genauso wenig wann unsere Mitreisenden aussteigen werden,
nicht einmal die, die derzeit neben uns sitzen.
Ich werde wehmütig sein,
wenn ich aus dem Zug für immer aussteige.
Ich glaube, die Trennung von einigen Freunden,
die ich während der Reise traf, wird sehr weh tun.
Meine Kinder allein zu lassen, wird mich auch sehr traurig machen.
Aber ich habe die Hoffnung,
dass irgendwann der Zentralbahnhof kommt.
Dann werde ich sie ankommen sehen, mit Gepäck,
das sie beim Einsteigen noch nicht hatten.
Das wird mich froh stimmen.
Was mich glücklich machen wird ist der Gedanke,
dass ich mitgeholfen habe ihr Gepäck zu vermehren
und die richtigen Inhalte hinein getan habe.
Schauen wir darauf, dass wir eine gute Reise haben
und dass sich am Ende die Mühe gelohnt hat.
Versuchen wir, dass wir beim Aussteigen
einen leeren Sitz zurücklassen,
der Sehnsucht und schöne Erinnerungen bei den
Weiterreisenden hinterlässt.
Ich wünsche allen "EINE GUTE REISE".
( Verfasser unbekannt
)
* * *
Sie
werden zugeben müssen, man kommt nicht umhin sein eigenes Leben, die
eigenen Erlebnisse ebenso zu vergleichen wie es der Autor / die
Autorin in ihrer Geschichte taten. Unweigerlich beginnt man das
eigene Leben in die eben gelesene Geschichte zu interpretieren und
sich Gedanken darum zu machen wie sich der eigene "Zug des Lebens"
bisher gestaltete hat. So werden Schlüsselerlebnisse zu Bahnhöfen
und Menschen die man irgendwann einmal kennen lernte zu
Mitreisenden, auch wenn man sie schon längst aus dem Gedächtnis
verdrängt hatte. Und doch merkt man, dass der eigene Fahrplan des
Lebens doch noch so manche Überraschung bereithält...
Die
Eltern - welche den Zug nach einiger Zeit des gemeinsamen Reisens
verlassen, Freunde oder Geschwister - die ihre Reise auch gern mal
eine Zeit lang in einem anderen Abteil zurücklegen, Menschen - die
still und leise auf ihren Plätzen verharren und deren Anwesenheit
man kaum zur Kenntnis nimmt. Sie steigen ein, begleiten uns ein
Stück auf unserer Reise und steigen irgendwann wieder aus um ihre
Reise ohne uns fortzusetzen. Manchmal bedauern wir das und andere
Male wiederum bemerken wir nicht einmal ihr Aussteigen.
Und
natürlich
gibt auch die, die mit Pauken und Trompeten unseren
Zug stürmen, sich breit machen, uns das Blaue vom Himmel versprechen
und uns letztlich doch nur ausnehmen wie ganz gewöhnliche Zugräuber.
Menschen die nicht bereit sind das Ihrige zu einen schönen und
gemeinsamen Reise dazu zu tun, sondern vielmehr auf Kosten anderer
ihre Reise fortzusetzen versuchen um ohne Rücksicht auf Verluste an
ihre geheimsten Ziele zu kommen. Menschen die von Zug zu Zug
springen und doch nie an ihrem wahren Ziel ankommen werden, weil sie
jenes in ihrem unbefriedigten Streben nach Anerkennung, Geld und
Ansehen schon längst aus den Augen verloren haben. Nur selten merkt
man, dass es eben jene Reisenden sind die den eigenen Zug des Lebens
so langsam machen, dass man meint jegliches Vorwärtskommen würde zum
erliegen gebracht. Und in jenen Momenten wird einem bewusst, dass
man seine Reise erst wieder fortsetzen können wird, wenn man sich
dieser unliebsamen Mitreisenden entledigt. Man wirft sie
sprichwörtlich aus dem Zug und sie werden ebenso in Vergessenheit
geraten wie die am Fenster vorbeirauschenden Bäume...
Aber es
gibt eben auch die Begegnungen die man nicht missen möchte. Menschen
die einem mit ihrer ausgelassenen Fröhlichkeit begleiten. Tänzelnd
und singend springen sie auf den Zug auf, unterhalten einen und sind
in ihrer Art einfach willkommen. Sie machen einen Teil der eigenen
Reise unbeschwerlicher und lassen bei ihrem Weggehen lieb gewonnene
Erinnerungen zurück. Man gedenkt Ihrer in ruhigen Stunden und es
zaubert einem unweigerlich ein Lächeln ins Gesicht sich an sie und
das Erlebte zu erinnern.
Irgendwann, dann wenn wir es nicht erwarten, steigt jemand in
unseren Zug ein und besetzt den Platz neben uns. Vielleicht wird es
jener Mensch sein der uns bis zum Ende unserer Reise begleiten wird.
Und wenn man dann so im Abteil sitzt, ein Stück weit die Ruhe der
gemeinsamen Reise genießt, man all das Negative schon weit hinter
sich gelassen hat und die Felder und Bäume in ihren schönsten Farben
am Fenster vorbeirauschen - - - dann kann man sich wieder auf das
besinnen auf das es im Zug des Lebens tatsächlich ankommt. Eine
schöne gemeinsame Reise...
...und wem das nicht passt, der
soll doch Bus fahren!!! ;-)
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